Jede Schriftart, die Sie nutzen, erweckt verschiedene Emotionen. Die Wahl der passenden Schriften spielt also bei jedem Projekt eine große Rolle. In Zeiten von Webfonts ist es schon eine ganze Weile kein Problem mehr, seine Hausschriften auf der eigenen Website zu verwenden.

Typografie kann eine Wirkung auf uns haben, es können Gefühle hervorgerufen werden und sie kann uns gedanklich in eine gewisse Richtung lenken. Das machen sich gerade Großunternehmen und Konzerne zu nutze. Ich würde die verschiedenen Schriftarten dabei in 5 Gruppen aufteilen (dabei geht es nicht um die Klassifikation). Für den Einsatz im Web wären das folgende: Serif, Sans-Serif, Script, Modern und Display Fonts.

Serif

Wirkung von Schrift im Webdesign - Beispiel Serif

Beispiel: Serif

Beispiele bekannter Serifenschriften sind Frutiger, Garamond, Palatino oder Baskerville. Diese können vor allem traditionell, respektiert, zuverlässig und komfortabel wirken. Die bekannteste Berufsgruppe für den Einsatz klassischer Serifenschriften sind wohl Anwälte. Aber auch die Mode- und Hotelindustrie macht sich die Wirkung zu Nutzen. Genau da, wo der Mensch besonderen Wert auf Tradition, Sicherheit und Professionalität legt. Eine gute Möglichkeit ist auch die Kombination aus einer Serif für Headlines / Displays und einer Sans-Serif für den Fließtext. Dabei müssen die beiden aber unbedingt charakteristisch zusammenpassen.

Sans-Serif

Wirkung von Schrift im Webdesign - Beispiel Sans-Serif

Beispiel: Sans-Serif

Beliebte Schriften sind zum Beispiel Futura, Avenir, Helvetica, Gotham, Franklin Gothic oder Neuzeit. Sie wirken modern, zeitlos, sauber, stabil und objektiv. Viele junge und zukunftsorientierten Unternehmen nutzen Sans-Serif Schriften. Sie eignen optimal für innovative Branchen, da sie freundlich und einladend wirken wollen. Online liegt der Vorteil außerdem in der guten Lesbarkeit (der wichtigste Faktor). Des Weiteren können auch Ruhe, Konstruktivität und Sachlichkeit vermittelt werden. Also ein ausgezeichneter Allrounder, der im Zweifel immer funktioniert.

Script

Wirkung von Schrift im Webdesign - Beispiel Script

Beispiel: Script

Die mit Abstand bekannteste Schrift in dieser Gruppe dürfte die Zapfino sein. Weitere wären LinoScript, Kaufmann, Mistral oder Pepita. Wie bei allen anderen Gruppen, gibt es auch in dieser abertausende Script-Fonts zur Auswahl. Alleine MyFonts listet in dieser Kategorie 3867 Stück! Die Wirkung kann bei Script-Fonts aufgrund der eher unregelmäßigen Merkmale sehr unterschiedlich sein. Zärtlich, elegant, anspruchsvoll oder kreativ. Dabei geht es vor allem darum, die natürliche Strichführung von Handschriften zu imitieren. Üblicherweise kommen diese Schriften eher in Logos oder Überschriften zum Einsatz, da sie sich aufgrund von geschwungenen Anfangsbuchstaben und Verzierungen nicht für längere Texte eignen. Einsatzgebiete können zum Beispiel Unternehmen aus dem Luxussektor sein. Aber auch im Bereich von Craft Bier, Röstereien oder Bio Produkten wird aufgrund des persönlichen Charakters einer Handschrift oft auf Script-Fonts zurückgegriffen. Dieser Trend ist vor allem im letzten Jahr ganz stark aufgefallen.

Modern

Wirkung von Schrift im Webdesign - Beispiel Modern

Beispiel: Modern

In dieser Gruppe geht es auch um Sans-Serif Schriften, jedoch eher um die konstruierten bzw. geometrischen. Diese Schriften sind der absolute Renner in der SaaS und Design-Branche. Bekannte Vertreter sind Century Gothic, Gilroy, FF DIN oder die ITC Avant Garde Gothic. Die Wirkung ist modern, progressiv (bzw. wegweisend, zukunftsorientiert), stark, stylisch und schick. Ganz nach dem Motto “form follows function”, erwecken diese Schriften durch ihre klaren geometrischen Linien einen sauberen und klaren Eindruck. In Verbindung mit durchdachten Details lässt sich so eine coole und zeitgemäße Atmosphäre schaffen.

Display

Wirkung von Schrift im Webdesign - Beispiel Display

Beispiel: Display

Die letzte Gruppe muss sehr bedacht eingesetzt werden. Ein Display-Font wird nicht nur als Corporate Font, sondern oft auch als eigenes Gestaltungselement verwendet. Gedacht sind diese Schriftarten für den Einsatz von großen Überschriften und Botschaften (zum Beispiel auf Plakaten oder Broschüren). Stilistisch können diese Schriften in viele Bereiche gehen, manchmal kalligrafisch, handgemalt oder anderweitig experimentell. Bekannte Vertreter dieser Gruppe sind Bromley, Haggerston oder Limehouse. Durch die individuellen Eigenschaften haben diese auch eine spezielle Wirkung und fallen auf. Das ist auch der Grund für den Einsatz eines Display-Fonts.

Trotz dieser Regeln gibt es mit Sicherheit einige Widerlegungen. Grundsätzlich haben alle Schriften eine Wirkung. Jede eingesetzte Schrift interpretiert gleichzeitig den Text und ein Großteil der Wirkung hängt von persönlichen Vorlieben, Erinnerungen oder Erfahrungen ab. Trotzdem sind einige Dinge durchaus zu verallgemeinern. Da wir die meisten unserer Besucher nicht persönlich kennen, muss man sich zwangsläufig an allgemeingültige Konzepte und Aussagen halten. Wird aktiv mit Schriften gearbeitet, ist es wichtig sich der Wirkung bewusst zu sein.