Es gibt viele Faktoren für eine erfolgreiche Website. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie aus einem Besucher ein Interessent oder im besten Fall ein Kunde wird. Diesem Eintrag ist ein weiterer Beitrag vorausgegangen, der sich mit der Sichtbarkeit Ihrer Website beschäftigt. Folgende gehören zusammen:

  1. Sichtbarkeit: Wie bringe ich neue Besucher und Kunden auf meine Website
  2. Aktion und Ergebnis: Wie erhöhe ich die Conversion Rate meiner Website? (Dieser Artikel)

Ob ein Besucher auf Ihrer Website aktiv wird, hängt von mehreren wichtigen Faktoren ab. Diese sind vor allem die Relevanz, Usability, Copywriting und der Einbau von gut platzierten CTA-Elementen.

Relevanz

Ihr Besucher kann Ihre Website auf verschiedene Wege ansteuern. Gibt dieser Ihre Internetadresse direkt ein oder googelt den Namen Ihres Unternehmens, sind Sie bereits bekannt und man weiß in der Regel, wer Sie sind und was Sie tun. Diese Besuche sind natürlich auch super, aber am interessantesten sind Zugriffe von Leuten, die vor Ihrer Online-Suche noch nichts von Ihnen oder Ihrem Unternehmen gehört haben. Diese Benutzer geben ganz bestimmte Suchbegriffe ein und entscheiden teilweise innerhalb von Sekunden, ob sie auf Ihrer Website das finden, was sie suchen oder nicht. Der durchschnittliche Seitenbesuch dauert weniger als eine Minute! Die Leute sind bei ihrer Suche also immer in Eile!

Ob Ihre Seite die Informationen liefert, die der Kunde gesucht hat, hängt von Ihrer Optimierung ab. In der Regel ist es nicht hilfreich, potentiellen Besuchern durch den Titel oder die Beschreibung andere Inhalte zu suggerieren, als erwartet. Den Besucher nicht zu täuschen, gehört zu den Grundprinzipien von Google. In diesen heißt es auch, dass Inhalte für Ihre Besucher und nicht ausschließlich für die Suchmaschine erstellt werden sollen. Das macht auch 100% Sinn, da mit Keywords vollgestopfte Artikel oder Landingpages nur zu einer sehr kurzen Verbleibdauer und einer ebenso hohen Absprungrate führen. Konzentrieren Sie sich also auf die Relevanz und die Qualität Ihrer Inhalte, anstatt nach Schlupflöchern zu suchen, die Ihre Webseiten vermeintlich besser ranken lassen. Eine sorgfältig gepflegte Webpräsenz wird sich am Ende immer durchsetzen.

Wenn Sie über eine völlig neue Website oder eine Neugestaltung nachdenken, könnte folgender Artikel von meinem Bruder interessant für Sie sein: Was man vor der Erstellung einer Unternehmenswebsite wissen sollte

Usability

Die Usability oder “Benutzerfreundlichkeit” geht bei der Ladezeit und dem Seitenaufbau schon los! Ist die angeforderte Seite nicht innerhalb von 3 Sekunden geladen, springen viele Besucher bereits ab! Mehr Informationen zu der Wichtigkeit der Seitengeschwindigkeit finden Sie in unserem Artikel “Warum die Ladezeit einer Webseite so wichtig ist”. Lädt Ihre Seite schnell, ist die nächste mögliche Hürde der Seitenaufbau. Besucher scannen innerhalb von Sekunden die Seite nach Informationen und wenn ein Nutzer zuerst zum Inhalt scrollen muss, müssen Sie ebenfalls mit Abbrüchen rechnen. Den Bereich, den der Benutzer sieht ohne vorher gescrollt zu haben, wird auch als “above the fold” bezeichnet. Das heißt übersetzt “über der Falte” und hat seinen Ursprung bei Tages- und Boulevardzeitungen. Diese drucken die wichtigste Nachricht des Tages in diesem Bereich, um zum Kauf anzuregen. Ein Prinzip, das optimalerweise auch für Ihren Seiteninhalt genutzt wird.

Das soll aber nicht heißen, dass Sie den sichtbaren Bereich komplett mit Informationen zukleistern sollen. Mit der starken Nutzung von Smartphones und Tablets hat sich auch das Nutzerverhalten verändert. Auf diesen Geräten wird heute deutlich mehr gescrollt als früher auf Desktop-Computern. Der “above the fold” Content ist aber trotzdem super wichtig, da dieser 80% der Aufmerksamkeit der Besucher abgreift.

Aus heutiger Sicht ist es am wichtigsten, dass Sie die Aufmerksamkeit des Besuchers gewinnen und diesen zum Scrollen anregen.

Gute Usability führt auch zu einer guten User Experience, dazu gehört:

  • Eine intuitive Bedienerführung
  • Gute Kontraste und deutlich lesbare Schriften
  • Schnelle Seitenladezeiten
  • Eine klare Struktur und Gliederung

Machen wir weiter und werfen einen Blick auf das folgende Piechart. In diesem geben 76% der Befragten an, dass das Wichtigste an einem Website-Design ist, dass die Seite es den Nutzern leicht macht, das zu finden, was sie suchen (wieder siegt die Usability). Nur 10% ging es um ein schönes Erscheinungsbild (wobei hier zu sagen ist, dass ein gutes Design ein wichtiger Faktor der Usability sein kann). Sie müssen es Ihren Besuchern also so einfach wie möglich machen! Die Faustregel besagt, dass jeder Besucher in spätestens 3 Klicks sein Ziel erreichen sollte. Versetzen wir uns in die Sicht unserer Nutzer, ist das aber auch genau das, was wir selbst erwarten, wenn wir auf anderen Webseiten nach Informationen oder Antworten suchen.

Was ist der wichtigste Faktor bei der Gestaltung einer Website?

Das ist übrigens auch ein Grund dafür, warum viele Websites von Unternehmen auf den Einsatz von CSS3 oder SVG Animationen und Transition-Effekten verzichten. Überall, wo es der Sache nicht dienlich ist, würde sich der Einsatz nicht für Sie lohnen. Es macht einen riesen Unterschied, ob Sie sich gerade die Tageskarte Ihres Lieblingsrestaurants oder ein Webspecial von Porsche ansehen. Wohingegen ich auf der einen Seite Animationen und ein interaktives Erlebnis nicht nur erwarte, sondern mich auch darauf einlasse, möchte ich im anderen Beispiel einfach nur wissen, ob es heute Spaghetti Bolognese oder Hühnerfrikassee gibt. Animationen oder Transition-Effekte beim Seitenwechsel halten dann einfach nur auf und sorgen unter Umständen eher für Unmut als für Begeisterung. Natürlich können interaktive Elemente zweckdienlich sein, aber man sollte den Einsatz eben dieser immer im Vorfeld abwägen.

Copywriting

Hier handelt es sich um professionelle Texte von Copywritern. Copywriting ist der englische Fachbegriff für das Texten für Werbezwecke oder für andere Marketingformen. Diese Inhalte zielen darauf ab, Ihre Markenbekanntheit zu erhöhen und Personen oder Gruppen zu einer festgelegten Aktion zu bewegen. Wenn Sie sich schwertun, selbst gute Texte für Ihre Website zu schreiben, kann es zumindest für die wichtigsten Stellen durchaus Sinn machen, einen Werbetexter zu engagieren. Diese haben oft einen ganz anderen Blick auf Ihr Unternehmen und die Produkte oder Dienstleistungen, die Sie anbieten. Häufig profitieren Ihre Texte dadurch deutlich, da man so der Gefahr entgeht, sich selbst zu bescheiden zu präsentieren. Ihr Copywriting ist ein wichtiger Teil Ihres Webauftritts, dem Sie auf jeden Fall Beachtung schenken sollten. Wenn Sie gutes Design mit gutem Copywriting verbinden, steigert das die Chance, Ihre Besucher zu einer Aktion zu verleiten. Als Webdesigner liegt die Aufgabe darin, eine Website zu erstellen, die nicht nur optisch überzeugt, sondern auch Ihren Nutzen erfüllt.

Dabei können Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Was hat mein Besucher davon?
  • Warum ist mein Produkt besser als das der Konkurrenz?
  • Habe ich dem Besucher die Vorteile erklärt?
  • Fordere ich meinen Besucher zur Aktion auf?

Die schönste Website der Welt hilft nicht, wenn der Besucher Ihr Produkt oder Ihr Angebot nicht versteht oder nicht für Ihn ersichtlich ist, warum er sich gerade für Sie entscheiden sollte. Abhilfe schafft die Symbiose aus gutem Copywriting und Design.

Ganz wichtig: Copywriting sollte von Anfang an Teil des Entwicklungsprozesses sein. Weiß man, was man dem Besucher vermitteln möchte, können auch die nötigen Strukturen und das passende Design dazu entwickelt werden.

Hat man alles richtig gemacht, kann man folgende Punkte mit “ja” beantworten:

  • Sie lassen Ihren Besucher wissen, dass Sie seine Bedürfnisse verstanden haben
  • Sie erklären, wie Ihr Besucher von Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung profitiert
  • Sie teilen dem Besucher mit, wie es weitergeht (Call To Action)

CTA (Call To Action)

Die Call To Action ist ein Aufruf an Ihren Besucher, um eine sofortige Reaktion zu erzielen. Aus heutiger Sicht sind diese Elemente auch nicht mehr wegzudenken, da die Nutzer heute fest mit einem CTA rechnen und diese auf einer Webseite auch erwarten. Dabei spricht man die Personen in der Regel sehr direkt an, zum Beispiel “Jetzt kontaktieren”, “Jetzt anrufen” oder “Jetzt bestellen”. Dabei sollte der Ton aber nicht zu sehr nach einem Befehl klingen. Soll zum Weiterlesen angeregt werden, würde “Lies weiter!” etwas zu harsch wirken. “Jetzt weiterlesen”, “weiterlesen” oder “Mehr erfahren” erfüllt hier auch seinen Zweck.

Ein Call To Action Beispiel im Webdesign

Beispiel: Call To Action Element

Ziel des Ganzen ist es, dem Besucher bei der Entscheidungsfindung behilflich zu sein. So werden die möglichen Optionen offenbart und der Nutzer beschäftigt sich weiter mit Ihrer Website. Häufig gehen Websitebetreiber davon aus, dass ihren Besuchern klar ist, was sie als nächstes tun sollen. Sehr oft ist das aber nicht der Fall und wir büßen große Teile des Erfolgs unseres Angebots ein. Deshalb ist es wichtig, seine CTA Elemente zielgerichtet in seine Seiten zu integrieren. Sobald wir ein solches Element einbauen, zielt alles genau auf dieses ab. Die Call To Action wird zur Nummer 1 und zu unserem Conversion Ziel. Dabei wird dieses erfüllt, wenn der Benutzer genau der Handlung nachgeht, die wir uns von ihm wünschen.

Das könnten zum Beispiel folgende Punkte sein:

  • Kontaktaufnahme über ein entsprechendes Kontaktformular
  • Eingabe einer E-Mail-Adresse zur Anmeldung in Ihrem Newsletter
  • Einrichtung eines Test-Accounts für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung
  • Ein Artikel / Produkt wird in den Warenkorb gelegt oder ein Kauf abgeschlossen

Dabei ist es wichtig, dem Besucher so wenig Hürden wie möglich in den Weg zu legen. Formulare sollten nur eingesetzt werden, wenn diese für den Zweck wirklich benötigt werden. Niemand möchte für ein gratis eBook seinen Namen, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse offenbaren. Fragen Sie also wirklich nur ab, was Sie zur Weiterverarbeitung brauchen. Außerdem ist es ratsam, mögliche Sorgen und Zweifel direkt anzusprechen. Wollen Sie zum Beispiel eine E-Mail-Adresse von Ihrem Besucher, sollten Sie direkt anbei darauf hinweisen, dass diese niemals an Dritte weitergegeben wird (was ohne weiteres sowieso nicht erlaubt ist!) und wirklich nur für den explizit genannten Zweck genutzt wird. Das sorgt für die nötige Transparenz und schafft Vertrauen. Schaffen Sie es, gute CTA Elemente zu platzieren, können Sie Ihre Conversion Rate (abgeschlossene Aktionen der Besucher) also nachhaltig steigern.

Zum Abschluss dieses Artikels kann ich sagen, dass man über jedes der hier angerissenen Themen noch gefühlt unendlich viel schreiben kann. Fürs Erste sollte es aber genügen, um einige wichtige Faktoren für Sie und Ihre eigene Website herauszuziehen. Ich hoffe ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick liefern und bei Anmerkungen oder Fragen melden Sie sich einfach oder schreiben Sie einen Kommentar.