Es gibt einige wichtige Faktoren für erfolgreiche Websites. Dieser Artikel beschäftigt sich primär mit der Sichtbarkeit. Da mehr Besucher nicht automatisch zu mehr Kunden führen, gliedere ich das Thema aber in zwei verschiedene Artikel auf. In diesem ersten Teil geht es primär darum, wie ich neue Besucher und somit auch potentielle Neukunden auf meine Website führe. Diese Artikel gehören zusammen:

  1. Sichtbarkeit: Wie bringe ich neue Besucher und Kunden auf meine Website?
  2. Aktion und Ergebnis: Wie kann ich aus einem Besucher einen Kunden machen? (Wenn der Artikel erscheint, wird dieser hier verlinkt)

Bevor ich starte, muss ich erst einmal ein oft vorkommendes Missverständnis aus der Welt schaffen. Sie können die beste und schönste Website der Welt haben; wenn sie keiner besucht, bringt es Ihnen leider überhaupt nichts. Eine Website sollte immer Teil eines Marketing- bzw. Sales Systems sein. Welche Maßnahmen und Strategien das sein können, habe ich in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Suchmaschinenoptimierung

Neben einer modernen und mobil optimierten Website ist SEO der wichtigste Faktor. Sind Sie bei Google sichtbar und werden gefunden, steigern Sie Ihre Reichweite und werden Besucher und Kunden für sich gewinnen. Ein großer Vorteil ist, dass durch organisch gelistete Suchergebnisse keine Kosten entstehen. Durch die Beachtung von wichtigen Ranking-Faktoren (allgemein gehalten, da es wirklich extrem viele gibt), können Ihre organischen Ergebnisse verbessert werden. Zum Thema SEO und speziell zur OnPage-Optimierung Ihrer Website wird es in der Zukunft noch weitere Artikel von uns geben.

SEA (Search Engine Advertising)

Wenn Ihre Website auf die wichtigsten Inhalte optimiert wurde, ist die Werbung über Google Ads (früher AdWords) ein weiterer Schritt, um erfolgreiches Suchmaschinenmarketing zu betreiben. Auf der Suchergebnisseite finden wir, abhängig von der Anfrage, zwischen 1-4 Anzeigen oberhalb der organischen Suchergebnisse. Außerdem können bis zu 3 Anzeigen unter den Ergebnissen erscheinen. Bei dieser Art von Werbung zahlt der Websitebetreiber für jeden Klick einen Betrag an Google. All diese Anzeigen fallen unter die Kategorie SEA (zu Deutsch heißt dieser Bereich „Suchmaschinenwerbung“).

Möchte man über Google bezahlte Anzeigen schalten, muss der hauseigene Dienst Google Ads genutzt werden. Zusätzlich zu den Anzeigen auf den Suchergebnisseiten, können Sie über das Google Displaynetzwerk auch Bannerwerbung auf anderen Webseiten buchen. Es lohnt sich auf jeden Fall, im Vorfeld schon für eine gute Suchmaschinenoptimierung zu sorgen und dann SEA als weiteren Faktor mit einzubeziehen. Es gibt den sogenannten Quality Score, dieser legt fest, wie gut die Suchanfrage zum Text in Ihrer Anzeige und auch zu der verlinkten Webseite passen. Die Skala reicht von 1 bis 10 und kann die Platzierung und den Klickpreis positiv beeinflussen.

Content Marketing

Hierbei handelt es sich um einen strategischen Marketing-Ansatz, der darauf abzielt, über die Erstellung von nützlichen, relevanten und wissenswerten Inhalten, neue Besucher und Kunden zu gewinnen. Dabei ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen neue Inhalte mit einem hohen Anspruch an Qualität zu veröffentlichen. Wenn Sie gute und themenrelevante Inhalte erstellen, werden diese von Ihren Besuchern und Lesern auch viel eher mit anderen geteilt und Sie erhöhen automatisch die Reichweite Ihrer Website.

Content Marketing ist ein wichtiger Bestandteil des sogenannten Inbound-Marketings, welches darauf abzielt von Interessenten und Kunden gefunden zu werden. Das Inbound-Marketing steht dabei im Gegensatz zum klassischen Outbound-Marketing (wo Sie gezielt Kunden anschreiben oder telefonische Kaltakquise betreiben).

Word-of-Mouth

Gerade in der heutigen Zeit, in der die Menschen immer intensiver mit Werbung und Werbeversprechen konfrontiert werden, ist die persönliche Kommunikation zwischen Konsumenten oder Kunden über eine Dienstleistung oder ein Produkt wichtiger als je zuvor. Eine direkte Weiterempfehlung aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis wird im Vergleich zu klassischer Werbung deutlich vertrauenswürdiger eingeschätzt und kann die Kaufentscheidung stark beeinflussen. Kümmert man sich gezielt um diesen Aspekt, handelt es sich um Word-of-Mouth-Marketing. Hierbei muss die Dienstleistung oder das Produkt aber unbedingt zu der erzählten Geschichte passen. Das heißt, dass nur ein hochwertiges Produkt zu einem glücklichen Kunden führt und dann auch eine positive Mundpropaganda und somit positive Empfehlungen mit sich bringt. Um eine durchweg positive Erfahrung zu ermöglichen, richten immer mehr Unternehmen ein CRM System ein. Auch ein super interessantes Thema, das ich in diesem Artikel aber nicht weiter ausführen werde.

Links von anderen Websites (Backlinks)

Wird Ihre Website von anderen verlinkt (keine gekauften Quellen) gewinnt Ihre Website an „Domain Authority“. Einige Unternehmen zahlen dafür tausende Euro oder Dollar für einen Backlink mit einem DA Score von 80+. Websites mit einem Ranking über 80 gelten als Top-Player. Das sind wahnsinnig große und bekannte Websites wie welt.de oder bahn.de. Wenn Sie einen Verweis von einer dieser Webseiten bekommen können, bringt das zahlreiche Vorteile mit sich. Verweisen Quellen mit hohen DA-Werten auf Ihre eigene Website, steigt auch Ihr Wert und sorgt für bessere Positionen und demnach auch für mehr Traffic. Sie müssen aber nicht den ganz großen Playern hinterherjagen, da sich dies gerade als kleinerer Laden auch äußerst schwierig gestalten dürfte. Auch Links von kleineren Websites helfen natürlich. Die größeren Branchenbücher haben zum Beispiel auch oft um die 30+ Punkte. Gerade ganz am Anfang helfen die richtigen Branchenbücher schon gewaltig.

Aber auch Links mit Branchennähe sind hilfreich. Was ich Ihnen aber auf keinen Fall empfehlen kann, ist das Kaufen von Backlinks. Das sind sehr schlechte Quellen, die Ihnen nicht helfen. Ganz im Gegenteil: Diese Art von Backlinks können Ihrer Website sogar massiv schaden. Eine gute Methode um Backlinks aufzubauen, ist das oben schon erwähnte Content Marketing. Erstellen Sie Inhalte, die Besucher zum Teilen anregt. Kooperationen oder das Erstellen von Gastbeiträgen auf Webseiten von Partnern ist auch eine Möglichkeit. Ich denke am wichtigsten ist dabei ein natürlicher und organischer Backlinkaufbau. Dieser Bereich ist Teil der Offpage-Optimierung und braucht einfach etwas Zeit.

Der Moz Link Explorer liefert Ihnen Ihren DA Score

Mit dem Link Explorer können Sie den DA Score Ihrer Website ermitteln. Wir haben derzeit wahnsinnige 13 Punkte! 😉

Wenn Sie wissen möchten, welchen DA Score Ihre Website hat, können Sie den kostenlosen Link Explorer von Moz nutzen!

Social Media Werbung / Marketing

Je nach Branche und Produkt können auch aktive Instagram und Facebook Konten für Sie eine Option sein. Auch wenn man immer wieder hört, das Facebook nachlässt, sagt die Statistik etwas anderes. Im März 2019 waren es laut diesem Artikel noch 23 Millionen tägliche Nutzer in Deutschland. Da Sie bei Facebook und auch bei Instagram die Möglichkeit haben, Ihre Zielgruppe sehr genau festzulegen, können Sie über die sozialen Netzwerke durchaus Ihre Kunden erreichen. Wenn Sie sich jedoch ausschließlich im B2B-Bereich befinden, kann es deutlich schwieriger sein, die richtigen Leute zu erreichen. Das liegt vor allem daran, dass Facebook oder Instagram für viele Freizeit ist und Nischenwerbung deshalb einen hohen Streuverlust (ihre Werbung wird zu vielen Usern angezeigt, die an ihrer Dienstleistung oder Ihrem Produkt gar nicht interessiert sind) mit sich bringen kann.

Hier ist aber auch der Grund der Social Media Bemühungen wichtig. Denn das Pflegen von eigenen Profilen kann auch Teil einer Image-Kampagne oder Ihrer allgemeinen Markenbildung sein. Dann steht Ihr Unternehmen als solches und nicht ausschließlich Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung im Vordergrund. Vertreiben Sie jedoch ein Produkt für Endverbraucher, dass eine große Gruppe an Interessenten miteinschließt, können Social Media Ads sehr erfolgreich sein. Aus meiner Sicht ist also ganz wichtig, sich die Frage zu stellen, was überhaupt erreicht werden soll. Sie müssen schauen, was für Ihre Branche und Marktsituation sinnvoll ist. Sie sollten auf jeden Fall vorher recherchieren, ob sich hier Kosten und Aufwand (derzeit) wirklich lohnen.

Klassische Werbung (Merchandise)

Als studierter Corporate Designer darf ich die klassische Werbung natürlich nicht vergessen. Wenn Sie kein reines Online-Unternehmen sind, ist dieser Teil nicht wegzudenken. Darunter zählt alles, womit potentielle Website Besucher in der Offline-Welt in Verbindung kommen könnten. Das können Werbeanzeigen, Plakate, Presseartikel, T-Shirts, Kugelschreiber oder andere Merchandise-Artikel sein. Ihre Internetadresse sollte so oft wie möglich mit untergebracht werden, je nach Stellenwert Ihrer Website mehr oder weniger prominent. Dabei hilft vor allem ein einheitlicher Auftritt. Eine klare visuelle Linie sorgt dafür, dass der Kunde Sie wiedererkennt. Je mehr Kontaktpunkte Sie mit Ihrer Marke schaffen, desto präsenter werden Sie. Nur wenn Sie sich klar nach außen präsentieren, bleiben Sie in den Köpfen der Menschen und stärken Ihre Marke nachhaltig. Wir drucken unsere Internetadresse zum Beispiel mit auf unsere T-Shirts und Zipper Jacken. In unserem Fall auf der Rückseite in Nackenhöhe. So ist unsere Adresse auf Veranstaltungen für alle gut sichtbar! Wenn sich jetzt Ihre Schriften und Farben auch auf Ihrer Website wiederfinden, haben Sie alles richtig gemacht! Der Besucher weiß zweifelsfrei, dass er hier richtig ist.

Binary Brothers Merchandise

Unsere Domain in der T-Shirt Presse! Eine einfache Möglichkeit, die auf Veranstaltungen schon für einige Direktzugriffe gesorgt hat.

Wichtig: Diese Maßnahmen müssen vor der Erstellung einer neuen Website bereits existieren oder die Umsetzung muss fest geplant sein!

Eine Website sollte immer als Teil eines großen Ganzen gesehen werden. Natürlich ist die Website heute mit Abstand eines der wichtigsten Mittel und gerade deshalb muss diese auch beworben und belebt werden. Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit einer völlig neuen Domain online und haben keine Einträge in Branchenbüchern oder generell Backlinks, außerdem kein Marketing und keine Werbung. Dann wäre Ihre Website vorerst praktisch unsichtbar. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass Sie ihre OnPage-Optimierung gut gemacht haben, braucht Ihre Website Zeit, um sich überhaupt in den Suchergebnissen zu bewegen.

Abschließend kann ich sagen, dass die wichtigste Maßnahme die klassische Suchmaschinenoptimierung bleibt. Vor allem weil organische Platzierungen keine Kosten verursachen. Da es sich dabei aber um einen dauerhaften Prozess handelt, der gerade anfangs einfach Zeit braucht, sollte niemals auf andere Mittel verzichtet werden. Ich hoffe, Sie konnten aus diesem Artikel etwas für sich und Ihre Website mitnehmen. Wenn Sie Anmerkungen, Ergänzungen oder Fragen haben, schreiben Sie gerne einen Kommentar.